Von bleibendem Wert: Das Stiftungswesen in Baden-Württemberg


Stiftungen sind nicht nur ein amerikanisches Phänomen. Auch die Deutschen engagieren sich. Stifter wollen etwas von bleibendem Wert hinterlassen. Bereits heute fördern mehr als 2.000 rechtsfähige deutsche Stiftungen Wissenschaft und Forschung. Als Förderer von sozialen, wissenschaftlichen und kulturellen Institutionen prägen Stiftungen das Leben Deutschlands. Ihr Gesamtvermögen wird auf etwa 100 Milliarden Euro, das jährliche Fördervolumen auf etwa 30 Milliarden Euro geschätzt.

Nach Angaben des Deutschen Stiftungsverbandes sind in Baden-Württemberg 2.847 Stiftungen registriert (2011). Davon wurden 146 neu gegründet. So ist beispielsweise die Baden-Württemberg Stiftung, gegründet 2000, eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland und die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Innovationskraft Baden-Württembergs investiert. Sie fördert Forschung, Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit Mitmenschen. Der Initiativkreis Stuttgarter Stiftungen ist ein Zusammenschluss von 100 rechtlich selbstständigen Stiftungen der Region Stuttgart. Als unabhängige, überparteiliche und interdisziplinäre Einrichtung bildet er ein Forum für den Informations- und Erfahrungsaustausch unter bereits bestehenden Stiftungen.

Unter dem Namen „Stiftungen in kommunaler Trägerschaft“ bestehen bei der Landeshauptstadt 28 rechtlich unselbständige Stiftungen und 28 Fonds. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, denen das Allgemeinwohl Stuttgarts am Herzen lag, haben ihr Vermögen der Stadt gestiftet. Die städtischen Stiftungen und Fonds ermöglichen soziale Projekte, die ohne diese Gelder nicht finanzierbar wären. Doch sinkende Renditen sowie Zins- und Spendeneinnahmen zwingen Stiftungen dazu, ihre Förderaktivitäten zu konzentrieren und ihr Vermögens- und Stiftungsmanagement zu professionalisieren.

Allerdings liege darin eine Chance, glaubt Mirjam Schwink, Leiterin des Stiftungsmanagements im Wealth Management der Baden-Württembergischen Bank (BW-Bank). In Zukunft werde das Thema Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnen. „Das Umdenken ist bereits spürbar. Das Interesse der Stiftungen an Socially Responsible Investments ist deutlich gestiegen. Immer mehr Organisationen verankern nachhaltige Investments in ihren Anlagerichtlinien.“