Gemeinsam für die Zukunft


„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generationen entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre Bedürfnisse zu befriedigen.“
(Brundtland-Bericht)

Stuttgart hat sich für die Energiewende ehrgeizige Ziele gesetzt: 2020 will die Landeshauptstadt 20 Prozent weniger Energie verbrauchen als im Jahr 1990. Dazu sind zusätzlich ab dem Jahr 2010 drei Milliarden Kilowattstunden einzusparen – in etwa die Energie, die die Stuttgarter jährlich zum Heizen verwenden. Außerdem sollen erneuerbare Energien zukünftig 20 Prozent des Energiebedarfs decken. Das Forschungsprojekt „Stadt mit Energieeffizienz – SEE Stuttgart“ unterstützt die Umsetzung der energetischen Ziele und entwickelt das Energiekonzept Stuttgart mit einer Perspektive bis 2050. In Stuttgart beschäftigt sich das Zentrum für nachhaltige Stadtentwicklung mit Fragen zu klimaneutralen Kommunen, strategischen Stadtentwicklungskonzepten, Stadterneuerung, Städtebauförderung, Klein- und Mittelstädten sowie der notwendigen Evaluation der Ergebnisse. An der Hochschule für Technik werden im Zentrum für nachhaltige Stadtentwicklung alle Forschungsaktivitäten der Stadt- und Regionalplanung, des Städtebaus und der Stadterneuerung gebündelt. Mit interdisziplinärem Planungs-verständnis werden die Verzahnung von Stadtentwicklungs- und Bildungspolitik, der Stadtumbau, das Quartiersmanagement, oder die Energieeffizienz thematisiert. Forschungen werden verknüpft mit Lehrmodulen und wissenschaftlichen Arbeiten in den Bachelor- und Master-Studiengängen der Architektur, der Stadtplanung und des Infrastrukturmanagements. Stuttgart setzt damit auf Nachhaltigkeit als kommunale, fest in der politischen Leitlinie verankerte Querschnittsaufgabe. „Die Städte werden in Zukunft noch stärker Zentren technologischer und gesellschaftlicher Innovationen sein. Umso wichtiger sind die Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung unserer Städte.“ sagt Prof. Dr. Wolfgang Schuster, Geschäftsführer des Instituts für nachhaltige Stadtentwicklung in Stuttgart und Mitglied im Rat für nachhaltige Entwicklung.

Ein Vierteljahrhundert für die Umwelt


Das Amt für Umweltschutz ist 25 Jahre alt. Mit 130 Planstellen und 150 Mitarbeitenden gehört es zu den großen kommunalen Umweltämtern in Deutschland. Seit seiner Gründung haben die unter Schutz gestellten Flächen um rund 87 Prozent zugenommen. Natur- und Landschaftsschutzgebiete erstrecken sich heute auf 39 Prozent der Stuttgarter Gemarkung. 60.000 Bürger wenden sich jährlich an die Mobilitätsberatung. Durch Sanierungsverträge mit den Betreibern der Stuttgarter Tanklager im Hafen wurden die oberen Neckarvororte jährlich um 1.000 Tonnen Kohlenwasserstoffimmissionen entlastet. Die Automobilindustrie stellte von lösemittelhaltigen Lacken auf Wasserbasislacke um. Altlasten wurden zum Teil sehr kostenaufwändig saniert.

Zu den im Amt gebündelten Tätigkeiten gehören Natur-, Wasser-, und Immissionsschutz sowie Abfallrecht, Erlaubnis für Tankstellen und das Schornsteinfegerwesen – allesamt ehedem staatliche Aufgaben. Aber auch Energiewirtschaft, Stadtklimatologie, Umweltberatung sowie die kommunale Geologie gehören zum Tätigkeitsfeld. Das Chemische Untersuchungsamt wurde als Chemisches Institut ins Amt eingegliedert. Anfang der 90er-Jahre wurden auch die Aufgaben der unteren Bodenschutz- und Altlastenbehörde übernommen. Frühzeitig wurden Umweltinformationssysteme wie das Altlasten-Informationssystem ISAS, das Bohrloch-Informationssystem BOISS sowie das Gewässer-Informationssystem GEWISS aufgebaut.