Wissenswertes für die Welt


Mehr als 200 Verlage publizieren in der Region um Stuttgart etwa 300 Zeitschriften und 5.000 Buchtitel pro Jahr. Stuttgart ist nach München und Berlin der drittgrößte Verlagsstandort in Deutschland. Bekannte Traditionsverlage wie Reader’s Digest, Kosmos, Thienemann, Hatje, MairDumont, Motor Presse Stuttgart und Klett haben in Stuttgart ebenso ihren Sitz wie kleine Spezialverlage wie der Fink-Verlag oder der Esslinger Verlag J. F. Schreiber, einer der ältesten Kinderbuchverlage Deutschlands. In Stuttgart sitzen der Verlag der Deutschen Bibelgesellschaft und der Deutsche Apotheker-Verlag. Aktuelle Nachrichten bieten die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Stuttgarter Nachrichten“ mit den mittlerweile angegliederten lokalen Blättern wie Fellbacher Zeitung, Leonberger Kreiszeitung, Kornwestheimer Zeitung oder dem Blick vom Fernsehturm sowie die Filder Zeitung und andere. Einen Überblick über die Verlagslandschaft in der Region Stuttgart vermittelt einem der jährlich von der Wirtschaftsförderung Stuttgart publizierte Weg­weiser mit den rund 200 Verlagen aus der Region. Vertiefende Einblicke gewinnt man bei den Stuttgarter Buch­wochen, einer der größten regionalen Buchausstellungen Deutschlands.

Experimente von Anfang an


Am 6. Juli 1822 erhielten der Weinsteuereintreiber Johann Friedrich Franckh und sein Bruder Friedrich Gottlob Franckh die Konzession zum Betrieb einer Sortiments- und Verlagsbuchhandlung in Stuttgart. Die Buchhändler in der Hauptstadt des Königreichs Württemberg waren empört, dass die Obrigkeit Branchenfremden gestattete, einen Buchhandel zu führen. Die Gebrüder Franckh interessierten sich vor allem für unbekannte schwäbische Autoren. Bald schon gehörten Wilhelm Waiblinger und Eduard Mörike zusammen mit dem Hauslehrer Wilhelm Hauff zu den jungen Autoren, deren Entdeckung und Förderung sich die Brüder Franckh mit großer verlegerischer Leidenschaft widmeten. Auch mit der Reihe Kabinettsbibliothek klassischer Romane bewiesen sie gleichermaßen kaufmännisches wie programmatisches Geschick: Romane ausländischer Autoren, die Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt waren, wurden bei Franckh publiziert und zu Preisen verkauft, die unter den Leihgebühren der Bibliotheken lagen.

Im 20. Jahrhundert spezialisierte sich der Kosmos-Verlag auf naturwissenschaft­liche Publikationen sowie Kinder- und Jugendliteratur. Bis heute entwickelte er sich zu einem der erfolgreichsten Rat­geber-, Kinderbuch- und Spieleverlag.