„Wein ist der befeuernde Geist aller Feste und der König aller Getränke“
Theodor Heuss


In Baden-Württemberg spielt der Anbau von Wein seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle. Die Weinbautradition des Weinguts Herzog von Württemberg reicht zurück bis in das 13. Jahrhundert. Die eigentliche Gründung der „Hofkammerkellerei“ erfolgte aber erst 1677 durch Herzog Eberhard III. Das Haus Württemberg ist mit 40 Hektar Rebfläche nicht nur das größte private Weingut im Anbaugebiet, es besitzt Weinberge in den besten Lagen des Landes. Maulbronner Eilfingerberg, Stettener Brotwasser an den Mundelsheimer Muschelkalk-Steilhängen, und am Unter­türkheimer Mönchberg sind erlesene Lagen und bilden das Stammkapital des Weingutes. Der Sitz der Kellerei liegt in Ludwigsburg beim Schloss Monrepos.

Heute belegt Württemberg Platz vier unter Deutschlands größten Weinbaugebieten. Doch nicht nur ökonomisch spielt der Weinbau eine Rolle. Die Mauer­weinberge, wie beispielsweise in Esslingen am Neckar, sind unverzicht-bare Markenzeichen des Landes. 1.000 Hektar Terrassenweinberge mit Trockenmauern gibt es im Ländle. Weinanbau in Steillagen ist die Basis hervorragender Weine und bietet zudem einer Vielzahl von bedrohten Tier- und Pflanzenarten Heimat. Der deutsche Wein ist nach dem tiefen Tal in den Achtzigern wieder salonfähig. Allen voran der Ökowein. Eine wahre Umstellungswelle hin zum ökologischen Weinbau bewegte die Branche. Jedoch fallen die Fasspreise mittlerweile wieder. Fachhändler und Gastronomie haben Absatzprobleme. Es steht die Frage im Raum, wie viel Spitzenweine der deutsche Markt verträgt. Diskutiert wird über die EU-Weinmarktreform. Die einen sehen in der totalen Liberalisierung des Marktes die Chance, wettbewerbsfähig zu werden, andere das Ende deutscher Spitzenweine. Weinbau wird heute als Teil des Gemeinwesens verstanden.

Winzer arbeiten als Landschaftspfleger, Tourismus-Experten oder als Identitätsstifter. Denn morgen kann nur verdient werden, wenn heute Ressourcen übrig bleiben. Die Folgen des Klimawandels, Ressourcenknappheit und unwirtschaftliche Familienbetriebe sollen künftig kein Thema mehr sein. Silvaner aus Tauberfranken, Spätburgunder vom Bodensee, Riesling aus dem Remstal, Trollinger aus dem Hohenlohschen, Alltagsweine und preisgekrönte Spitzenweine sollen nachhaltig produziert sein.


Mit Sonne und Medaillen gesegnet


Der Stuttgarter Wein ist wahrhaft ausgezeichnet! Der „Feinschmecker“ empfiehlt das Weingut der Stadt Stuttgart im Weinguide Deutschland. Bei der internationalen Weinverkostung in Wien, der weltgrößten Blindverkostung, ­­hat es für diesen empfehlenswerten Wein dreimal Gold und viermal Silber gegeben. Der mit Gold ausgezeichnete 2011er Stuttgarter Weinsteige (Art.-Nr. 811) steht bei Mundus Vini auf Platz 1 unter den trockenen Weißen-Cuvees in Württemberg. Auch Juroren des Genuss-Magazins „Selection“ vergaben für sechs Weine und einen Sekt jeweils 85 bis 90 Punkte und damit jeweils eine 3-Sterne-Auszeichnung beim Degustationswettbewerb „Internationale Sommerweine und Regionale Rotweine“. Im Dezember ergänzte die 3-Sterne-Auszeichnung des Eisweins den Medaillenreigen. Im Jahr 1949 baute die Stadt Stuttgart in Bad Cannstatt eine eigene Kelter für den Ausbau und die Abfüllung ihrer Weine. Seit diesem Zeitpunkt besteht das Weingut der Stadt Stuttgart und ist Werbeträger und Dienstleister für die Stadt Stuttgart.

Es bewirtschaftet rund elf Hektar Rotwein und sechs Hektar Weißwein in traditionsreichen Weinlagen. Die historischen Innenstadtweinberge tragen mit ihrer Einzigartigkeit zum besonderen Flair Stuttgarts bei. Ohne das städtische Weingut würden diese Weinbergsoasen aus dem Stadtbild Stuttgarts verschwinden. Aber nicht nur in der Innenstadt, sondern ebenfalls in den Stadtteilen Bad Cannstatt, Münster, Ober- und Untertürkheim besitzt das Weingut vorzügliche Weinberge.