Die Liebe zum Land schmeckt man


Alte Rassen und Pflanzen wie das Lim­purger Weiderind oder das Boden­seefelchen leben wieder auf, weil Feinschmecker im Süden zu Hause sind. Genießer kommen ins Schwelgen, wenn sie nur „Bœuf de Hohenlohe“ hören. Das gesunde und prächtige Mastvieh der fruchtbaren Weiden in Hohenlohe wird für seine besondere Zartheit gerühmt. Landesweit wird es nach dem historischen Vorbild gezüchtet. „Linsen mit Spätzle“ ist das Nationalgericht der Schwaben. Doch die Linsen von der Alb waren lange Zeit in Vergessenheit geraten. Anbau und Ernte waren zu mühsam und zeitaufwändig. Heute sind sie bei den Genuss-Essern wieder nachgefragt. Deshalb gründeten Bio-Bauern von der Mittleren Alb die Öko-Erzeugergemeinschaft „Alb-Leisa“. Die „schwäbische Auster“, die Albschnecke, ist seit geraumer Zeit auf dem Vormarsch – langsam zwar, aber sie kommt. Der Begriff „Albschneck“ ist ein eingetragenes Markenzeichen der regionalen Schneckenproduktion auf der Schwäbischen Alb.

Um eine echte Albschnecke zu werden, wird die heimische Weinbergschnecke Helix pomatia mindestens ein Jahr lang in extensiver Haltung aufgezogen und überwiegend mit Wildpflanzen gefüttert. Darüber hinaus muss ihre Herkunft aus dem Naturraum der Schwäbischen Alb stammen. Feinschmecker pilgern zwischen Mai und August in den Schwarzwald. Da kommt die Schwarzwaldforelle fangfrisch und in vielfältigsten Variationen auf den Tisch. Die Bezeichnung „Schwarzwaldforelle g.g.A.“ darf nur für Bachforellen und Regen­bogenforellen von zertifizierten Betrieben verwendet werden. Dafür ist das feste Fleisch besonders schmackhaft und die zarte Haut ein Genuss. Schwaben und Schotten soll der sprichwörtliche Geiz verbinden. Aber Gourmets beider Völker eint der Schluck Whisky.

Mittlerweile gibt es bereits 13 Brennereien auf der Schwäbischen Alb, die Whisky brennen. Wasser und Getreide sind die Hauptzutaten. Auf der Alb gibt es beides. Die Whiskys werden bei den Brennereien direkt vertrieben, im Laden­geschäft „Silberburg am Markt“ am Tübinger Marktplatz und im Online-Shop. Die Liebe zum Land macht den Erfolg. So auch bei den Schäfern. Mit ­einer speziellen Form der Landwirtschaft bringen sie Natur und Mensch in der heimischen Kulturlandschaft in Einklang. Die genügsamen Schafe bewahren Kräuterhänge, Wiesentäler und Waldränder vor der Verbuschung. Das Gütesiegel Ostalb Lamm steht für traditionelle ­Hüteschafhaltung zur Pflege wertvoller Wacholderheiden sowie artgerechte Tierhaltung. Fleisch von bester Qualität, fein aromatisch-mild mit Herkunfts­garantie.