Feiern, freuen – fröhlich sein


Traditionsbewusst, naturverbunden, bodenständig und heimatverbunden, so werden die Menschen in Baden-Württemberg gern beschrieben. Das hat eine unlängst veröffentlichte Studie im Auftrag des Tourismusverbandes ­ergeben. Allerdings gilt dies hauptsächlich in Bezug auf sein näheres und nächstes Umfeld. Kein Wunder also, dass landauf und landab die Dorf- und Gemeindefeste, die Einweihung der örtlichen Feuerwehr oder der neuen Kelter größten Zulauf verzeichnen.

Doch das Feiern im großen Stil ist hierzulande ebenfalls nicht unbekannt. In der Landeshauptstadt beginnt die Festsaison mit dem Stuttgarter Frühlingsfest auf dem Wasen. Dann hat der Hamburger Fischmarkt rund um den Karlsplatz seit mehr als 20 Jahren Tradition. Im August lockt das Sommerfest mit weißen Zelten, lauschigen Plätzen, erfrischenden Drinks sowie fetziger Musik. Mehr als eine halbe Million ­Besucher tummeln sich in fünf Tagen um den Eckensee. Was die Hänge rund um Stuttgart für edle Tropfen wachsen lassen, kann beim Stuttgarter Weindorf getestet werden. Das bekannteste Fest ist und bleibt aber das Cannstatter Volksfest um die 26 Meter hohe und bis zu drei Tonnen schwere Fruchtsäule. Das Cannstatter Volksfest ist fast 130 Jahre alt und eines der schönsten und größten Volksfeste der Welt. Der Fest-reigen findet im Advent seinen Abschluss mit dem stimmungsvollen Lichtermeer des Weihnachtsmarktes.

Aber nicht nur in der Landeshauptstadt weiß man zu feiern. Der Narrensprung in Rottweil gilt als eine der Wiegen der schwäbisch-alemannischen Fasnacht. Nicht weniger verwurzelt ist der Markgröninger Schäferlauf. Der historische Lauf, bei dem es barfuß 300 m übers Stoppelfeld geht, wird seit 1651 Jahr für Jahr rund um den Bartholomäustag, am 24. August, zu Ehren des Schutzpatrons der Schafhirten ausgetragen. Deutlich jünger ist das Kürbisfest im Blühenden Barock in Ludwigsburg, dafür ist es aber die weltgrößte Kürbisausstellung. ­Bis zu 500.000 Kürbisse sind zu bestaunen. Nicht zu vergessen das Nabada ­­in Ulm, das Stocherkahnrennen in Tübingen oder das Stadtfest in Nördlingen. Von weit her kommen die Besucher zur Hengst­parade in Marbach, und auf dem Leonberger Pferdemarkt kann noch ­erlebt werden, wie es früher war. Typische Bräuche und Traditionen stehen bei den Schwaben hoch im Kurs. Sie feiern sich, die Gaben und Segnungen, die ­ihnen ihr Land schenkt.