Unser Erbe für die Welt


Wir haben der Welt was zu bieten! Von den insgesamt 35 Kulturstätten, die die UNESCO in Deutschland zum Welterbe ernannt hat, liegen vier in Baden-­Württemberg. 1993 schützte die UNESCO als erstes Denkmal das Kloster Maulbronn. Im Jahr 2011 kamen die Pfahlbauten am Bodensee auf die Welterbeliste, auf der bereits die Klosterinsel Reichenau und der Obergermanisch-­Rätische Limes standen. Mit dem Schloss und der Altstadt Heidelbergs, der Kurfürstlichen Sommerresidenz Schwetzingen und dem architektonischen Werk Le Corbusiers, nämlich zwei Häusern in der Weißenhofsiedlung in Stuttgart, stehen weitere Kandidaten auf der Bewerberliste.

Das Kloster in Maulbronn ist das am besten erhaltene mittelalterliche Kloster nördlich der Alpen. Nicht nur die frühgotische Eingangshalle der Kirche sowie das gotische Brunnenhaus sind beeindruckend, es finden sich auch viele Spuren anderer Epochen in den Gemäuern wieder. Mitten durch Baden-Württemberg verlief der 550 Kilometer lange Limes-Grenzwall, mit dem die Römer ihr Reich sichern wollten. In Aalen, Schwäbisch Gmünd und andernorts sind noch heute Zeugen des Obergermanisch-Rätischen Limes mit den Ruinen aus Steinmauern, Holzpfählen und Wachttürmen zu bestaunen. Die Gemüsekammer des Landes liegt auf der klimatisch so begünstigten Insel Reichenau im Bodensee. Aber dieses gesunde und segensreiche Wirken gab es bereits im 8. Jahrhundert, als die klösterliche Landwirtschaft der Benediktiner die Umgebung mit Nahrung und die Größen der Karolinger-Zeit geistig und kulturell versorgte. Überhaupt der Bodensee, das Schwäbische Meer – hierzulande ein großer Stolz.

Am westlichen Uferbereich liegen hier neun der insgesamt 15 Pfahlbautenstationen, die die UNESCO auf die Weltkulturerben-Liste gesetzt hat. Auch in der Region um den Federsee sind Fundstellen auf der Welterbeliste vertreten. Zu den bedeutendsten Funden aus Pfahlbausiedlungen in Baden-Württemberg gehören hervorragend erhaltene Textilien sowie die ältesten bekannten Radfunde. Die 15 aufgenommenen Fundstellen stehen stellvertretend für die insgesamt etwa 100 baden-württembergischen Pfahlbaustationen, die allesamt wegen der gravierenden Umweltverschlechterungen bedroht sind. Die Aufnahme auf die Weltkulturerbenliste soll ihr Fortbestehen und Überdauern nachhaltig unterstützen.