Bretter, die die Welt bedeuten


Die Staatstheater Stuttgart sind das größte Drei-Sparten-Theater der Welt und wurden 2013 vom Fachmagazin „Die Deutsche Bühne“ mit dem Prädikat „Beste Gesamtleistung eines Hauses“ ausgezeichnet. Hier zeigen Oper, Ballett und Schauspiel auf den Brettern, die für die Künstler und die begeisterten Zuschauer die Welt bedeuten, ihr Können. Mit dem „Neuen Lusthaus“ als Bühne des Württembergischen Hofes reicht die Geschichte der Oper in Stuttgart bis in das 17. Jahrhundert zurück. Der Renaissancebau am Schlossplatz wurde 1902 bei einem Brand zerstört. Nur die Freitreppe, die noch heute im Mittleren Schlossgarten zu sehen ist, blieb erhalten. Die neuen Königlichen Hoftheater wurden 1909 bis 1912 von dem Münchner Architekten Max Littmann als Doppeltheater mit Opern- und Schauspielhaus neu erbaut. Eine der ersten Aufführungen, die nach der Einweihung stattfand, war die Uraufführung von Richard Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“, dirigiert vom Komponisten selbst. Nach dem zweiten Weltkrieg blieb nur das mit klassizistischen Säulen geschmückte Große Haus für die Oper Stuttgart und das Stuttgarter Ballett erhalten.

Das Kleine Haus wurde vollständig zerstört und 1959 bis 1962 durch einen Neubau von Hans Volkart ersetzt. Das Große Haus wurde 1956 modernisiert und 1983/84 wieder in die ursprüngliche Form zurückversetzt. 2001 wurden die Gebäude in Opernhaus und Schauspielhaus umbenannt. Vom Schauspiel Stuttgart gehen wichtige Impulse für die deutsche Theaterszene aus. Es gehört zu den wichtigsten und renommiertesten Theatern in der Bundesrepublik. Bereits sechsmal (1994, 1998, 1999, 2000, 2002 und 2006) wurde die Staatsoper Stuttgart, mit dem Opernhaus im Schlossgarten, für ihre herausragende Gesamtleistung mit dem begehrten Kritikerpreis „Opernhaus des Jahres“ gekürt. Auch der Staatsopernchor ist preisgekrönt. Neunmal wurde er „Opernchor des Jahres“. Er zählt zu den ältesten Opernchören in Deutschland und zu den besten Chören des europäischen Musiktheaters.

Seit 50 Jahren tanzt das Stuttgarter Ballett an der Weltspitze. Mit über 60 Tänzern aus mehr als 20 Nationen und Gastspieleinladungen in aller Welt ist die Compagnie von der internationalen Ballettbühne nicht mehr wegzudenken. Das sehr breit gefächerte Repertoire begeistert sowohl Liebhaber des klassischen Balletts als auch Anhänger des zeitgenössischen Tanzes. Ballett hat in Stuttgart eine traditionsreiche Geschichte, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Im Jahr 1961 begann mit der Berufung des Choreographen John Cranko (1927–1973) zum Ballettdirektor eine neue Ära. Mit drei legendären Neuschöpfungen wurde Cranko zum genialen Erneuerer des Genres Handlungsballett: Romeo und Julia, Onegin und Der Widerspenstigen Zähmung. Beim ersten USA-Gastspiel des Stuttgarter Balletts im Jahr 1969 prägten amerikanische Kritiker den Begriff vom „Stuttgarter Ballettwunder“. Von 1976 bis 1996 leitete die große Ballerina Marcia Haydée die Compagnie. Reid Anderson, ehemals Solist unter Cranko, schreibt seit 1996 als Ballettintendant die Erfolgsgeschichte der Compagnie fort: Mit einem Spielplan, der sowohl der jüngeren Choreographen-Generation einen großen Stellenwert einräumt als auch das reiche Cranko-Erbe pflegt.