Austausch ohne Worte – intelligente Raum-Konzepte


Kommunikation ist Austausch von In­formationen zwischen einem Sender und einem Empfänger. Doch es ist zu kurz gedacht, darunter nur den verbalen Austausch zu verstehen. Informationen können durch Gesten, Symbole, Formen und Eindrücke vermittelt werden. Dieser komplexe Prozess ist die Grundlage jeglichen menschlichen ­Miteinanders. Dieser Verständigung hat sich das ­Atelier Brückner verpflichtet – der architecture parlante. Hier werden Räume aus Inhalten konzipiert und gestaltet. Die räumliche Gestaltung und die darin enthaltenen Informationen bilden ein Ganzes. Es entsteht ein szenografisches Gesamtkunstwerk. Der Besucher kann beispielsweise im Haus der Berge in Berchtesgaden entlang der längsten Senkrechte der Ostalpen vier verschiedene Lebensräume im Nationalpark Berchtesgaden, nämlich Alm, Wasser, und Fels / Karst, kennenlernen. Er erfährt in einer Zeitreise, wie es früher war und welche Auswirkungen die Klimaerwärmung heute zeitigt. Auch das Darwineum in Rostock ist entsprechend dieser erlebbaren Architektur-Philosophie entstanden. Der Raum als Schnittstelle zwischen Mensch und Botschaft hat etwas zu sagen.

Die Stuttgarter Szenografen Milla & Part­ner, die gerade Ausstellung und Medien für den Deutschen Pavillon auf der Expo 2015 gestalten, denken nicht nur in drei, sondern vier Dimensionen. In interdisziplinären Teams entwickeln sie Begegnungsräume und innovative Interaktionsschnittstellen. Auch bei HG Merz,dem Ausstellungs- und Museumsgestalter, geht es um diese Interaktion zwischen Raum, Mensch und Botschaft. So ist das Firmen-Museum von Trumpf in Ditzingen entsprechend Rück- und Ausblick. Die Firmengeschichte wird in größere Zusammenhänge gestellt und ermöglicht damit einen Wissenstransfer der besonderen Art. Durch Integration analoger und digitaler Medien werden emotionale und inhaltliche Botschaften zielgruppenspezifisch lanciert. Ob die Barockkrippe in Bonlanden (Milla & Partner), das Parlamentarium in Brüssel (ATELIER BRÜCKNER) oder die alte Nationalgalerie in Berlin (HG Merz) oder das Schmuck-Museum in Pforzheim, alles trägt die Handschrift visionärer Köpfe, die es sich zum Ziel gesetzt haben, intelligente Raum-Konzepte zu entwickeln, denn sie sind die nachhaltigsten Kommunikationsinstrumente der integrierten Markenführung. Museen sind Orte des Lebens und von Staub kann keine Rede mehr sein.