Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose


Es war ein Rekordjahr, was die Neuinstallationen erneuerbarer Stromerzeugungskapazitäten angeht. Weltweit wurden 115 Gigawatt hinzugebaut, dies entsprach mehr als der Hälfte der gesamten neu installierten Stromerzeugungskapazitäten.

Diesem Trend folgt auch die Region Stuttgart. In der Metropolregion gibt es ein enormes Entwicklungspotenzial im Bereich der erneuerbaren Energien und der sogenannten Einspartechnologien. Allen voran das Forschungsprojekt „Stadt mit Energieeffizienz – SEE Stuttgart“. Es unterstützt die Umsetzung der energetischen Ziele und entwickelt das Energiekonzept Stuttgart mit einer Perspektive bis 2050. Stuttgart hat sich für die Energiewende ehrgeizige Ziele gesetzt: 2020 will die Landeshauptstadt 20 Prozent weniger Energie verbrauchen als im Jahr 1990. Dazu sind zusätzlich seit 2010 drei Milliarden Kilowattstunden einzusparen – in etwa die Energie, die die Stuttgarter jährlich zum Heizen verwenden.

In SEE werden Vorschläge und Projekte entwickelt und zusammengefasst, mit denen die energetischen Ziele der Landeshauptstadt erreicht werden sollen. Bislang sind knapp 70 Maßnahmenvorschläge für die Bereiche Energieversorgung, Verkehr, Haushalte, Industrie und Gewerbe sowie die Stadtverwaltung in einen Maßnahmenkatalog aufgenommen. Der Katalog wird fortlaufend konkretisiert und weiterentwickelt. Aber nicht nur die Stadt ist innovativ.

Bereits seit den Achtzigerjahren forscht die EnBW im Bereich Windkraft und betreibt derzeit Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 170 MW. So ist EnBW Baltic 1 der erste kommerzielle Offshore-Windpark Deutschlands in der Ostsee. Die 21 Windenergieanlagen von EnBW Baltic 1 verfügen über eine Gesamtleistung von 48,3 Megawatt. Auf einem rund sieben km2 großen Areal erzeugen sie jährlich etwa 185 Millionen Kilowattstunden Strom.

Damit lässt sich der jährliche Strombedarf von 50.000 Haushalten decken, während der Umwelt 167.000 Tonnen an klimaschädlichem CO2 erspart bleiben. Aber Wind ist nur eine Möglichkeit, ressourcenschonend Strom zu erzeugen. Das im März 2010 eingeweihte Kraftwerk der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim verwertet jährlich rund 42.000 Tonnen Restholz von Landschaftspflege und Häckselplätzen aus der Region und gewinnt daraus in einem ausgeklügelten Kraft-Wärme-Kopplungs-Verfahren (Organic Rankine Cycle) EEG-zertifizierten Strom sowie Wärme für das lokale Fernwärmenetz. Pro Jahr werden rund zehn Millionen Kilowattstunden Strom und 48 Kilowattstunden Wärme erzeugt.