Finanzplatz Stuttgart – Hidden Champion


Die Metropolregion Stuttgart ist einer der bedeutendsten Finanzplätze Deutschlands – knapp 50.000 Beschäftigte sind in der Region dem Finanzsektor zuzuordnen. Die zahlreichen Finanzinstitute aus verschiedenen Sektoren sind, geprägt durch das starke wirtschaftliche Umfeld, sowohl in der Industriefinanzierung als auch im Privatkundengeschäft fest verwurzelt.

Im Zentrum der Landeshauptstadt gelegen, ist die Börse Stuttgart nicht nur einer der zentralen Finanzplatzakteure, sondern auch Deutschlands führender Privatanlegerhandelsplatz. Anleger können in Stuttgart Aktien, verbriefte Derivate, Anleihen, Fonds und Genussscheine handeln – zu Bedingungen, die sonst nur institutionellen Investoren vorbehalten sind. Im börslichen Handel mit Unternehmensanleihen ist Stuttgart Marktführer in Deutschland, bei verbrieften Derivaten sogar europäischer Marktführer. Mit einem jährlichen Handelsvolumen von rund 90 Milliarden Euro in allen Anlageklassen belegt die Börse Stuttgart im europäischen Vergleich den zehnten Rang.

Die Anfänge der Stuttgarter Börse liegen in der Finanzierung neuer Technologien und Produkte während der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert. Nach 1945 leistete sie als regionale Wertpapierbörse einen wichtigen Beitrag zum Wirtschaftswunder im Südwesten Deutschlands.

Die Region Stuttgart ist außerdem die Heimat des Bausparens: Die 1924 in Wüstenrot gegründete „Gemeinschaft der Freunde“ (heute Wüstenrot Bausparkasse AG) oder der heutige Marktführer, die Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, haben hier ihren Hauptsitz. Auch im Bereich der Versicherungswirtschaft kann Stuttgart sich sehen lassen: 27 Versicherungen und Pensionskassen, darunter die W&W-Gruppe und die Allianz Leben, die als der größte Lebensversicherer des Landes gilt, sind hier ansässig. Darüber hinaus ist Stuttgart auch Sitz der Landesbank Baden-Württemberg, der größten Landesbank Deutschlands, die weltweit zu den 100 größten Banken zählt. Das Marktumfeld ändert sich für die Finanzwirtschaft kontinuierlich, sie muss sich ständig neuen Bedürfnissen stellen. Die Vernetzung der unterschiedlichen Finanzsektoren und der Austausch untereinander sind hierfür sehr wichtige Faktoren. Die Förderung dieses Netzwerks ist, neben der Sicherstellung des Börsenbetriebs, eine der zentralen Aufgaben der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. Daher hat die Vereinigung eine Zentralstelle zur Bündelung finanzplatzrelevanter Interessen unter der Marke Stuttgart Financial ins Leben gerufen. Stuttgart Financial dient als übergreifende neutrale Plattform für Finanzthemen in Baden-Württemberg und erfüllt diese Aufgabe durch zahlreiche Aktivitäten in den Bereichen Bildung, Forschung, Kommunikation und Standortmarketing.

Grünes Geld


„Pecunia non olet“ stimmt nicht mehr. Sparer, Investoren oder Kapitalgeber wollen heute das Geld nach ethischen Grundsätzen verwaltet wissen. Das muss nicht auf Kosten der Rendite gehen. Sozial-ökologisch ausgerichtete Banken haben ihre Position am Markt deutlich ausbauen können. Ihre Kredite und Einlagen sind von 2006 bis 2011 jährlich um 30 Prozent gewachsen. Damit gehören sie zu den am stärksten wachsenden Bankengruppen. Jedoch ist der Anteil sozialökologischer Banken am deutschen Privatkundenmarkt mit 0,2 Prozent ziemlich niedrig. Dennoch gilt das Geschäftsmodell inzwischen als wegweisend. Es hat plausible Antworten auf die Banken-Vertrauenskrise und den allgemeinen gesellschaftlichen Wertewandel hin zu Nachhaltigkeit und Transparenz. Deutschlands vier „grüne“ Banken wickeln ihre Geschäfte „fair“, „ethisch“ und „ökologisch“ ab. Die Umweltbank vergibt Kredite und hat Tagesgeldkonten im Angebot. Girokonten gibt es bei der GLS Bank, der Ethikbank und der Triodos Bank.