Schulen sind Stuttgart wichtig



Immer wieder steht das deutsche Schulsystem auf dem Prüfstand. Veränderungen sind an der Tagesordnung, auch in Stuttgart. Bis 2020 können sich die Grundschulen zwischen den Schulformen Halbtagsschule und Ganztagsschule entscheiden.

Als gemeinsame, derzeit vierjährige Grundstufe des Schulwesens ist es Aufgabe der Grundschulen, den Schülern Grundkenntnisse und Grundfertigkeiten zu vermitteln und sie allmählich ans schulische Lernen und Arbeiten heranzuführen.

Ganztagesgrundschulen beinhalten eine optimale und ganzheitliche Verzahnung von Bildung, Freizeit, Pädagogik und Betreuung. Sie bieten an vier Tagen je acht Zeitstunden – in der Regel von 8 bis 16 Uhr –, eine individuelle Förderung des Kindes sowie eine Vielfalt an Themenunterricht und außer-unterrichtlichen Angeboten. Der Unterricht in der Halbtagsschule findet am Vormittag statt. Außerdem hat die Stadt Stuttgart die verlässliche Grundschule flächendeckend eingeführt. Über das kostenpflichtige Betreuungsangebot der verlässlichen Grundschule wird eine Betreuung vor dem Unterricht ab 7 Uhr und nach dem Unterricht bis 14 Uhr gewährleistet. Diese Betreuungsform wird es auch zukünftig an den Grundschulen geben, die sich für die Schulform Halbtagsschule entschieden haben oder noch entscheiden werden.

Ein neu ausgearbeitetes Beratungskonzept in der Grundschule ist Teil der Neukonzeptionierung des Übergangsverfahrens von der Grundschule in weiterführende Schulen. Denn die Eltern entscheiden heute in eigener Verantwortung, wo es für ihr Kind nach der Grundschule weitergehen soll. Bis zur anstehenden Schullaufbahnentscheidung werden sie deshalb von Anfang an durch eine regelmäßige Beratung unterstützt. Als neue Schulart wird derzeit die Gemeinschaftsschule eingeführt, in der alle Bildungsstandards (Sonder-, Haupt-, Realschule und Gymnasium) unterrichtet werden und alle Abschlüsse möglich sind. Die Gemeinschaftsschule ist eine Ganztagesschule, hier gibt es keine Noten und man kann nicht sitzen bleiben.

Zum Schuljahr 2013/2014 hat die Elise von König Schule in Münster ihren Gemeinschaftsschulbetrieb aufgenommen, weitere Schulen werden in den kommenden Jahren folgen. Sollten Eltern trotz aller Beratung und eines differenziert ausgearbeiteten Angebots staatlicher Schulen nicht zufrieden sein, steht ihnen der Markt der Privatschulen in Stuttgart und der Region zur Verfügung. Hier ist die Bandbreite groß und reicht von reformpädagogischen Schulen, bei denen die Kinder frei von Notendruck selbst entscheiden dürfen, was sie lernen, bis hin zu teuren Eliteschulen. Bundesweit besuchen 7,8 Prozent der Schüler eine Bildungseinrichtung, die von einem freien Träger verwaltet wird. In Baden-Württemberg liegt der Anteil der Privatschüler bei 8,6 Prozent, in Stuttgart inzwischen schon bei 16 Prozent.