Karriere und Kinder – alles unter einen Hut?



Die Stärke des Wirtschaftsstandortes in der Region Stuttgart ist maßgeblich von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf abhängig. Vor diesem Hintergrund ist bei der Stadt Stuttgart die Abteilung für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern eingerichtet. Sie setzt ihr Bemühen daran, qualifizierte Frauen für die regionale Wirtschaft zu gewinnen und sie zu binden. Dazu gehört, sie bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen und Unternehmen zu motivieren, eigene Betriebskindergärten zu schaffen oder Betreuungsangebote auszuarbeiten.

Durch aktuelle Entwicklungen wie den demographischen Wandel und den daraus resultierenden Mangel an qualifizierten Fachkräften gewinnt dieses Thema inzwischen auch bei Wirtschaft und Politik an Brisanz und wird als zentrale Herausforderung für eine zukunftsfähige Gesellschaft angesehen. Eine Vorreiterrolle hat dabei die Firma Trumpf aus Ditzingen eingenommen. Das global agierende Familienunternehmen mit einer Frau an der Spitze, die selbst Mutter von vier Kindern ist, hat bereits im Jahr 2004 mehrere Plätze in einem Kindergarten gekauft, die für den Nachwuchs der Mitarbeiter reserviert sind.

Daimler stellt deutschlandweit insgesamt rund 700 betriebseigene Betreuungsplätze. Davon sind 570 Betreuungsplätze in den „sternchen“-Kinderkrippen und weitere 130 Plätze in der Kindertagesstätte Sterntaler in Stuttgart-Möhringen. Mit der Eröffnung der betriebseigenen Kinderkrippe am Standort Mettingen hat die Daimler AG die 13. „sternchen“-Krippe in Betrieb genommen. Zusätzlich werden weitere rund 150 Belegplätze an verschiedenen Standorten für die Kinder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Daimler zur Verfügung gestellt. Auch die Autoschmiede AMG aus Affalterbach hat sich dafür entschieden, ­Belegplätze in einem Kindergarten in Affalterbach zu kaufen, der Säuglinge und Kleinkinder von zwei Monaten bis zu drei Jahren betreut.

Andere Unternehmen bauen gleich ihren eigenen Kindergarten. Das Esslinger Unternehmen Eberspächer, weltweit gefragter Spezialist für Abgastechnik und Fahrzeugelektronik, hat eine großzügig gestaltete firmeneigene Tagesstätte im dritten Obergeschoss des Service Center. Auch die benachbarten Firmen Index (Maschinenbau) und Bechtle (Verlag der Esslinger Zeitung) nutzen die Kita, die nicht teurer ist als andere städtische Einrichtungen. Die Differenz zwischen den Gebühren, die die Eltern aufbringen, und den tatsächlichen Kosten eines Kita-Platzes teilen sich die Stadt Esslingen und der Arbeitgeber. Betriebskindergärten gibt es außerdem bei Daimler, Bosch, bei der Stadtverwaltung und dem Klinikum Stuttgart.